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»Auf zum Fehlern« – Ein Workshop-Konzept

 

 — Der Mensch will immer höher, schneller, weiter. Er strebt unentwegt nach Verbesserung, Vollendung und Vollkommenheit und setzt dabei immer höhere Standards, die wieder aufs Neue übertroffen werden müssen. Alles muss im Leben nach Plan Verlaufen. Fehler sind dabei in der Regel unerwünscht, denn sie bedeuten Scheitern und Versagen. Doch der Fehler gehört zum Leben dazu.

 

Durch Regelungen und Normen wird der Fehler aber zu dem, was er ist. Doch ohne Norm, gäbe es keinen Fehler. Der Fehler definiert sich dadurch, dass ein Schritt anders gedacht war, als er letztlich wirkt. Er ist weder positiv, noch negativ. Er wird aber nach Möglichkeit vermieden, um – einen richtigen Plan vorausgesetzt – das angestrebte Ziel zu erreichen. Es hängt davon ab, wie mit den Auswirkungen umgegangen wird, denn der Fehler liegt im Auge des Betrachters. Der Fehler ist also nicht das Problem, er ist die Anforderung, die erfüllt werden muss, um das Problem zu lösen.

 

Um sich der Herausforderung zu stellen, Fehler zuzulassen und sie bewusst zu begehen, um aus ihnen zu lernen, ist es die Aufgabe, weniger Bewusstes bewusst zu machen, zu motivieren und zu aktivieren. Dabei bietet ein Workshop zu diesem Thema die umfassendsten Möglichkeiten. Erst wenn die zumeist negative Sichtweise auf den Fehler ins positive und aktive gekehrt und das Potenzial des Fehlers erkannt wird, bietet er die Chance, neues zu entwickeln.

 

»Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, hat sich noch nie an etwas Neuem versucht.«, Albert Einstein

 

— Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Titel »Fehlerpotenzial – Impulse zum konstruktiven Umgang« bezieht sich auf die Fehler, welche das Potenzial bieten, neue Lösungen zu finden. Sie distanziert sich von Fehlern, die unbedingt vermieden werden müssen, da sie irreversible Schäden nach sich ziehen.

 

Die Arbeit beschäftigt sich etymologisch mit dem Begriff »Fehler«, sie erläutert mit Hilfe von Beispielen warum sie entstehen und wie Gesellschaften mit ihnen umgehen. Sie zeigt aber auch auf, welche Chancen Fehler bieten können, innovative Lösungen zu entwickeln.

 

Gegenseitiges Vertrauen, Toleranz und Akzeptanz, der gemeinsame Austausch und das Interagieren in der Gruppe sind eine Grundvoraussetzung für den konstruktiven Umgang mit Fehlern. Somit werden die gewonnenen Erkenntnisse der theoretischen Arbeit in einem Workshop-Konzept durchgespielt und der vermeintlich absolute Fehler ins Aktive gekehrt.

— In einem Workshop-Konzept wird spielerisch der Umgang mit dem Fehler gelernt. Das »Fehlern« – als Methode – sensibilisiert dabei für den Fehler. Fehlern, das heißt mit Misserfolgen umgehen lernen und nicht nur Fehler erkennen, sondern entdecken, tolerieren, kommunizieren und diskutieren, den Ursprung suchen, eine neue, bessere Lösung des Problems finden und den Fehler nachhaltig dokumentieren.

 

Acht Teilnehmer verschiedener Berufsgruppen, darunter Gestalter, Musiker, Medienberater, Cutter, Modejournalisten, Volkswirte und Maschinenbauer, nähern sich in einem eintägigen, etwa sechsstündigen Workshop spielerisch dem Fehler. Die Aufgaben des Workshops sind so zusammengestellt, dass sie die Erkenntnisse der theoretischen Auseinandersetzung mit der Thematik den Teilnehmern auf eine aktive und unterhaltsame Weise vermitteln und ein nahezu allumfassendes Bild zum Thema geben. Das Wissen erarbeiten sich die Teilnehmer durch Erfahrungen: Sie erkennen, hinterfragen, definieren, kommunizieren, diskutieren und begehen bewusst Fehler.

Der Workshop gibt Impulse für einen konstruktiven Umgang mit Fehlern. Dabei ist das Ziel, die Teilnehmer für den Fehler zu sensibilisieren, sodass sie eine Leichtigkeit im Umgang mit den eigenen Misserfolgen finden. Sie sollen den Mut fassen, offen zu ihren Fehlern zu stehen und sich mit ihnen auseinandersetzen, um ihre Probleme auf neue, spannende Weise zu lösen.

 

»Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.«, Dietrich Bonhoeffer

— Der Workshop ergab aufschlussreiche, teils erwartete, teils überraschende Ergebnisse. Die Teilnehmer waren aufmerksam, motiviert und interessiert. Sie nahmen den Workshop ernst, waren konzentriert und in die Aufgaben vertieft, sie standen in regem Austausch zueinander und hielten regelmäßig Rücksprachen.

Eine einheitliche Auffassung des Fehlers mit vereinzelt unterschiedlichen Sichtweisen im Detail, ergab eine gemeinsame Definition des Begriffs »Fehler«:

 

»Der Fehler ist negativ konnotiert. Er ist abhängig von der Perspektive, bezüglich der Betrachtungsweise einer Person auf ein Ereignis und der Zeit, in der ein Ereignis als Fehler gewertet wird.«

 

Persönliche Fragen nach den schlimmsten und schönsten begangenen Fehlern im Lebens ergaben tiefgreifende Diskussionen zum Thema.

Die Auflockerungsübungen »Stille Post« und »Blindzeichnen« erheiterten die Stimmung und förderte das Wohlempfinden einzelner in der Gruppe. Aktive Teamspiele schafften gegenseitiges Vertrauen und stärkten den Zusammenhalt. Hierbei nahmen unterschiedliche Charaktere erwartete Rollen ein.

 

Das Ziel, die Teilnehmer für den Fehler zu sensibilisieren, sich bewusst mit dem Fehler auseinander zu setzen und diesen zu hinterfragen wurde erreicht. Der Workshop kann somit als Prototyp gesehen werden, dessen Auswertung eine Verbesserung des Konzeptes ermöglicht und das Ergebnis als Ausgangspunkt für einen neuen Workshop dient.

— Mein Name ist Dennis Michaelis. Ich bin ein freischaffender multidisziplinärer Gestalter, dessen Leidenschaft in der Entwicklung visueller Identitäten, in der Typografie und im Editorial Design liegt. Ich lebe und arbeite in Berlin.

 

Der Workshop »Auf zum Fehlern« ist der praktische Teil meiner Abschlussarbeit mit dem Titel »Fehlerpotenzial – Impulse zum konstruktiven Umgang«, entstanden im Masterstudiengang Kommunikationsdesign, Klasse Visuelle Systeme, an der Universität der Künste Berlin im Sommersemester 2014. Die Arbeit wurde von Prof. David Skopec, KM Susanne Stahl und Prof. Dr. Siegfried Zielinski betreut.

 

Ein herzlicher Dank für die Unterstützung bei der Erarbeitung der Abschlussarbeit an Stephanie Baumgärtner, Katrin Behrens, Jannik Blank, Raphael Diedrich, Laura Dreßler, Edwina Göhing, Martin Guder, Elisabeth Kitzerow, Alexander Köpke, André Leonhardt, Silvia Michaelis, Marko Milovanovic, Marcus Rübe, Prof. David Skopec, Susanne Stahl, Daniel Stephan, Andreas Weber, Prof. Dr. Siegfried Zielinski und Stan Hema, Agentur für Markenentwicklung.

 

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Konzept haben und mehr Informationen benötigen, freue ich mich über eine E-Mail von Ihnen.

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